Studie: Größere Fußballer öfter für Foul bestraft
Die Kleinen fängt man, die Großen lässt man laufen? Aber nicht im Fußball, sagen deutsche Wissenschaftler an der Rotterdamer Erasmus-Universität.
Sie haben herausgefunden, dass kleine Spieler wie Bayern Münchens Philipp Lahm (1,70 Meter) bei einem Foul bessere Chancen haben, ungestraft zu bleiben als zum Beispiel der 1,90-Meter-Stürmer Kevin Kurányi von Schalke 04. Fazit einer umfangreichen Studie: Größere Fußballer bekommen in unübersichtlichen Foul-Situationen öfter die Schuld als kleinere.
Für ihre Studie haben die Forscher mehr als 120 000 Foul-Entscheidungen in der Deutschen Bundesliga sowie bei internationalen Meisterschaften untersucht und jeweils die Körpergröße der beteiligten Spieler verglichen. Die detaillierten Ergebnisse werden in der Februarausgabe des «Journal of Sport & Exercise Psychology» veröffentlicht.
Für Schiedsrichter gebe es in schwer überschaubaren Spielsituationen oft «keine objektive Möglichkeit festzustellen, wer der "wahre" Täter und wer das "wahre" Opfer ist», schreiben die deutschen Forscher Niels van Quaquebeke (32) und Steffen Giessner (35) von der School of Management der Erasmus-Universität. Den Unparteiischen bleibe daher oft nichts weiter übrig, als auf ihre Instinkte zu vertrauen. «Dabei ist es wahrscheinlich, dass die erkennbare Körpergröße eines Spielers als zusätzlich aufgenommene Information mit in die Entscheidungsfindung einfließt.»
zurück